"VERTRAUEN | über die Messbarkeit und strategische Implementierbarkeit des vermeintlich weichen Faktors"
2021-12-03, 14:50–15:30 (Europe/Berlin), Agile Leadership
Language: German

Strategische Bedeutung und Meßbarkeit eines ‚weichen‘ Faktors, der ‚stille‘ Potentiale entfaltet, auch dort, wo Kontrolle gar nicht möglich ist. Eine Frage von Bewusstsein und Haltung der Führung in Zeiten von Fachkräftemangel, Home Office und Digitalisierung


Vertrauen ist eine ‚riskante Vorleistung‘ – mehr noch, Vertrauen entsteht durch Beziehungen und ist durch die Bereitschaft, sich in komplexen, unsicheren Situationen verletzlich zu zeigen, in denen eine Abhängigkeit von anderen Personen besteht, gekennzeichnet (Def. Bolzern-Konrad 2016, basierend auf Luhmann 2014).

Warum sollten wir uns auf dieses vermeintlich unsichere Terrain begeben? Privat vielleicht, aber im Unternehmenskontext? Überhaupt, was heißt Vertrauen? In dem Moment, in dem wir es greifen wollen, gleitet es uns förmlich durch die Finger. Wie wollen wir es dann strategisch einsetzten oder sogar messbar machen? Ist Vertrauen wirklich ein wertvolles Potential oder doch ehr ein Harmoniekonzept? Auch kennen wir alle den Spruch: ‚Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser‘. Der scheinbare Gegensatz beider Konzepte drückt aus, dass dort wo Kontrolle greift, kein Vertrauen notwendig ist, aber auch, das ein auf Vertrauen basierendes Verhalten auf Kontrolle verzichten muss. Ist das wirklich so?

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Ich bin Britta Bolzern-Konrad, Prof. für Techn. Betriebswirtschaft an der TH Rosenheim am Campus Burghausen, den ich zwischen 2015 und 2020 aufgebaut und geleitet habe. Als Ingenieurin und Betriebswirtschaftlerin mit langjährigem Industriebackground fasziniert mich der interdisziplinäre Blick auf die Dinge ebenso wie die Verbindung aus Theorie und Praxis. Ich bin überzeugt: Wir können technisch herausragend sein, wenn wir aber Angst davor haben, Fehler zu machen, werden wir keinen nachhaltigen Erfolg erzielen. Vertrauen stellt für mich den entscheidenden Wettbewerbsvorteil unserer Zeit dar. Das Ergebnis meiner intensiven Forschung zu diesem Thema ist ein messbares, in den Strategieprozess integrierbares und im Rahmen von Managementsystemen anwendbares Vertrauensmodell.